Welpen

Ich erwarte Welpen in den Farben Tricolor und Bluemerle Ende Mai 2021. Derzeit sind alle Welpen reserviert. Der nächste Wurf ist für Herbst/Winter 21/22 geplant.  

Für alle Anfragen und Reservierungen gilt, dass hierdurch ausdrücklich noch kein beiderseitiger Anspruch zustande kommt. So lange keine Anzahlung erfolgt ist, ist kein Vertrag zustande gekommen. Beide Seiten können jederzeit von Ihrer Zusage zurück treten.

Foto: Aurelis Nordica Alte und neue Götter aus dem A-Wurf.  


Wenn ein Welpe auszieht...


Es gibt viele Bücher mit den Titeln „Ein Welpe zieht ein“, oder Ratgeber „Welpenerziehung“, all diese Information gelten für den Käufer und betreffen die Zeit, wenn der Welpe vom Züchter abgeholt wird oder der Züchter den Welpen zu Euch bringt und das Leben in der neuen Familie startet. 

Aber was passiert vorher? 

Es sei direkt Vorab gesagt, unsere Welpen sind unsere Babys und in dem Moment, wo ich euch einen meiner Welpen anvertraue, könntet ihr mich ebenso gut um meine rechte oder linke Niere bitten. Oder um gleich beide. Mir als Züchterin ist natürlich völlig klar, dass wir nicht alle unsere Welpen behalten und irgendwo stapeln können, natürlich züchte ich um mit lieben schönen Hunden nette Menschen und Familien glücklich zu machen. Dabei hat es trotzdem die oberste Priorität, das Beste aus den Würfen zu behalten um für kommende Generationen zu sorgen und seinem Zuchtziel dadurch immer ein Stückchen näher zu kommen.  Das heißt aber noch lange nicht, dass ich nicht alle gleich liebe.  
Diese Liebe beginnt schon zu dem Zeitpunkt, wenn ich eine bestimmte Verpaarung plane, denn ich mache das nicht um Welpen herzustellen wie eine x-beliebige Ware, sondern ich erhoffe mir dadurch ein ganz bestimmtes Resultat zu erzielen. Und dann geht das Abenteuer auch „schon“ los (ich nehme mal Abstand davon zu erzählen, wie lange es gedauert hat, bis ich mir meine Zuchtstätte mit allen Genehmigen aufgebaut habe, meine Hunde zuchtfertig gemacht habe und was das alles gekostet hat. Meinem Steuerberater schicke ich jedenfalls jährlich eine Grosspackung Taschentücher und ein Entschuldigungsschreiben. Von meinem armen Ehemann ganz zu schweigen). Das Warten auf die Läufigkeit. Und ich schwöre, sollte ich eines Tages vom Schlag getroffen werden, dann hat das definitiv mit dem Züchten zu tun und passiert vor, während oder nach einem der folgenden Schritte.  

Die Läufigkeit:
In der Theorie ganz einfach, man kennt das Datum der letzten Hitze, zählt eins und eins zusammen... falsch.  In der Praxis ist da.... ihgitti! Natur! Der Zeitpunkt der Läufigkeit kann immer gut um mehrere Wochen bis Monate sogar variieren.  Meistens kommt sie daher entweder gefühlt nie, oder aber dummerweise zu früh und unerwartet und zudem noch komplett unpassend.  
Zudem ist die in der grauen Theorie formulierte Aussage: Weibliche Hunde werden ungefähr 2 mal im Jahr läufig auch nicht zwangsläufig zutreffend.  Es variiert nämlich stark von Rasse zu Rasse und auch innerhalb einer Rasse zwischen alle 5-6 Monate bis hin zu alle 12-14 Monate einmal.  Und es gibt noch extremere Ausreißer.  
Aber gut, wir haben uns nun mit dem Zeitpunkt angefreundet, halten ihn nicht für komplett undenkbar, dann ist es ja ganz einfach... zum passenden Zeitpunkt decken, das ist „immer“ der xyz.ste Tag.  Wieder falsch. In jeder Läufigkeit ist die Farbe und Intensität der Blutung unterschiedlich, der Zeitpunkt des Eisprungs, die Anzeichen, einfach alles. Gemein.  Wieder Krimi. 

Der Krimi... ähhhh, die Deckzeitpunktbestimmung:
Nun haben wir die Möglichkeit Tage zu zählen zum Beispiel „Am 12. Tag steht sie immer“ oder wir schauen auf die Anzeichen (zum Beispiel die Rute wird zur Seite genommen plus 2 Tage, eine optische Bewertung der Vulva, ein Wellenschlagen der Rückenmuskulatur zum Zeitpunkt des Eisprungs).  Medizinische Indikatoren wären dann noch der Zellabstrich durch einen Tierarzt der weiß, was er tut, einen Target-Test, oder Progesteronbestimmung mit mehreren verschiedenen Verfahren und auch zu mehreren Zeitpunkten.  Aber auch hier gibt es Zitter-Potenzial, der Wert steigt nicht an wie er soll, zu schnell, zu langsam oder ist sogar erst rückläufig. Es gibt Hündinnen, die brechen ihre Läufigkeit ab, nehmen dann 1-2 Wochen später einen neuen Anlauf oder die Hitze fällt auch einfach mal komplett aus. Dankeschön! 
Haben wir nun endlich mittels einer der vorgenannten Möglichkeiten oder mithilfe aller Methoden zusammen plus jede Menge guter Ratschläge einen passenden festen „besten“ Zeitpunkt festgelegt, dann heißt es ja, bei dem ausgewählten und passenden Rüden vorstellig zu werden.  Die Komplexität einer natürlich bereits vorangegangenen Auswahl erspare ich euch und mir an dieser Stelle: Nur soviel in aller Kürze: Hauptrollen spielen dabei „nur ein paar Lappalien“ wie Farbe, Optik und Typ, Abstammung, Genetik, Gesundheitswerte auch und insbesondere der vorherigen Generationen, Ausstellungsergebnisse und  evtl. Titel, persönliche Animositäten oder Freundschaften unter Züchtern, Deckerfahrung, Anzahl und Wurfstärke bereits gefallener Nachzucht, Entfernung, die zum Rüden zurückzulegen ist und zu guter letzt die Höhe der Decktaxe.  Soviel zum Thema „Kürze“.  Kürzer ging’s aber nicht.  Es gibt noch ein paar Punkte - aber - nein. Nur soviel: ich weiß schon ganz genau, warum ich selbst zwei wunderbare und großartige Rüden habe, für die ich mir die meinem Ziel entsprechenden perfekt passenden Hündinnen ausgesucht habe. 
Im besten Fall ist man also zum richtigen Zeitpunkt dort, die Hunde sind sich sympathisch, der Rüde deckt, beide „hängen“ eine geraume Zeit (wer das nicht kennt, bitte googeln, der Deckakt an sich sprengt hier den Rahmen und ich will damit auch keine schrägen Gestalten mit komischen Neigungen auf das Tapet rufen) und das Decken wird nach 48 Stunden wiederholt.
In meinem Fall fahre ich natürlich nirgends hin. Ich nutze meine eigenen Rüden.  Mit Beginn der Läufigkeit trenne ich Jungs und Mädels und Suchbefehle beiden Jungs voneinander, damit es keine Hahnenkämpfe gibt. Ich kann daher entspannt auf den richtigen Moment warten, meine Instinktsicheren Rüden wissen inzwischen aufgrund ihrer Erfahrung, wann der richtige Moment gekommen ist. Wenn es doch noch zu früh war, probieren wir es am nächsten Tag erneut.  Und dann klappt es schon. Rüde und Hündin werden vorbereitet, haben im Idealfall ihren Spaß, der Rüde hängt also und das wiederholt er dann an den folgenden Tagen das eine oder andere Mal - Zack - fertig, Hündin trächtig, nach 63 Tagen purzeln die Welpen. Spoileralarm: Pustekuchen.   

Das Hibbeln (im Krimi Kapitel 3) nach Anzeichen:
Hier unterscheiden wir ausnahmsweise mal nicht nur Theorie und Praxis, nein. Warum einfach, wenn man auch kompliziert kann.  Nee neee neee. Nun will ich das ja auch auskosten. Hier kommen ja auch noch die Erfahrungsberichte „der anderen“ dazu. Die anderen sind nicht nur die anderen Züchter, sondern um es abwechslungsreich zu gestalten, auch eigene Erfahrungen aus bisherigen Würfen von erstens anderen eigenen Hündinnen und zweitens der gleichen Hündin, jedoch aus vorigen Würfen. Soll ja nicht langweilig werden.  Man konsterniert also in den folgenden Wochen mehrfach „Das hat Tara damals aber nicht gemacht“, „Das hat sie bei ihrem letzten Wurf aber nicht gemacht“ über „Das habe ich ja noch nie gesehen“ bis hin zu „Das hat die Hündin von Frau Müllermeierschulze aber auch nicht gemacht“ (oder eben doch). 
Im besten Fall, sollten sich im Laufe der ersten Wochen eine gewisse Appetitlosigkeit, eine gesteigerte Anhänglichkeit und ein gewisser „Schleim“ als sicheres Anzeichen zeigen. Die Praxis hat bewiesen, dass eine Hündin auch ohne sichere Anzeichen trächtig sein kann und eine Hündin mit ganz sicheren Anzeichen auch hundertprozentig unschwanger.  Aussagen wie „träumerischer glänzender Blick schon auf dem Nachhauseweg“, verweise ich entschieden in das Reich der Legenden. Vielleicht Hunger. Oder Durst. Oder Pipi. Aber träumerischer Blick? Na ja, vielleicht spiegelt sich da ja die erwartungsvolle Pupille der Züchterin.  
Sicherheit bringt hier nach ca. 3,5 Wochen der Blick auf das Ultraschallgerät eines Tierarztes.  Aber auch hier kann es noch Überraschungen positiver oder negativer Art geben. Ich habe schon Welpen gesehen, die es laut mehrfachem Ultraschall eigentlich gar nicht gab und leider kann auch eine glasklar diagnostizierte Fruchthülle letzten Endes leer bleiben oder der Wurf teilweise oder komplett von der Hündin resorbiert werden. Es ist einfach alles möglich und nichts sicher, vom ersten bis zum letzten Moment. Alle Früchte, die nach dem 30. Tag noch da sind, bleiben in aller Regel auch, was aber immer noch kein Garant für lebend geborene Welpen ist. Persönliche Erfahrung. Bis zum 53. Tag war mit meinem ersten B-Wurf von Tara auch noch alles bilderbuchmäßig. Soweit ich weiß ist die Quote letztendlich so 40/60.  60 für Welpen, 40 für keine Welpen. 
So, aber die Hündin ist also nun erstmal trotz allem trächtig.  Herzlichen Glückwunsch. Ein wahrer Grund zu feiern! Hat man ja nun bis hierher auch schon genug Kosten, Nerven, Blut und Wasser von sich gegeben.  
Die Vorfreude ist jetzt schon ganz deutlich zu spüren und wir Züchter treffen Vorbereitungen.  Ach herrje, wo anfangen, wo aufhören.  Ich könnte sicher ein ganzes Wörterbuch voll Stichworte aufschreiben von A wie Alles was der Züchterfachhandel aufbietet bis Z wie Zwangsversteigerung, weil wir wirklich alles gekauft haben, was wir brauchen könnten und auch schon ordentlich in Vorleistung für zu erwartende Kaufpreise gegangen sind.  Scherz beiseite, als Züchter hat man natürlich inzwischen alles was man braucht da.  Hardware wie Wurfkiste, Decken, alle notwendigen Medikamente, für den Start evtl. Welpenmilch, Fläschchen, verschiedene seltsame Gerätschaften, Flüssigkeiten und Globuli, Waage, Zettel, Stift. Alles Mittelchen, die die Hündin unter der Geburt bekommt oder brauchen könnte. Man muss auch immer damit rechnen, helfend eingreifen zu müssen.  Wärmelampe, Waage, Nabelklemmen, Desinfektion etc. Für später dann vielleicht schon Starter-Futter, Spielzeug. Ohhhh ja, Spielzeug... gaaaanz wichtig und bereitet auch am meisten Freude. Es ist wie bei Menschen-Babys, süße Strampler und Spielzeug ist halt süßer als Windeln, Lefax-Tropfen und Popocreme.  Muss aber trotzdem sein. 

to be continued...